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Hundeversicherung in der Schweiz, Deutschland und Österreich: Was du wirklich wissen musst

Hundehaftpflicht, OP-Versicherung oder Krankenversicherung? Ein ehrlicher Vergleich für CH, DE und AT – gesetzliche Pflicht, Kosten, Anbieter und worauf du beim Vertragsabschluss wirklich achten solltest.

Claudia Schärz29. August 2026Gesundheit

Ein Kreuzbandriss, eine Magendrehung, ein Tumor oder ein Unfall können innerhalb weniger Stunden eine Tierarztrechnung von mehreren Tausend Franken oder Euro verursachen. Und auch ein scheinbar kleiner Beissvorfall kann finanziell unangenehm werden, wenn Personen, andere Tiere oder fremdes Eigentum zu Schaden kommen.

Trotzdem schieben viele Hundehalter das Thema Versicherung vor sich her – oft so lange, bis der Hund bereits krank ist oder eine Versicherung bestimmte Risiken nicht mehr übernehmen möchte.

Dabei unterscheiden sich Deutschland, Österreich und die Schweiz deutlich: bei der gesetzlichen Hundehaftpflicht, bei den Versicherungsmodellen und teilweise auch bei der Frage, wie der Hund überhaupt versichert wird.

Dieser Überblick zeigt dir, worauf du wirklich achten solltest – ohne Versicherungsdeutsch und ohne so zu tun, als wäre automatisch der teuerste Tarif auch der beste.

Die drei Versicherungsarten, die du auseinanderhalten solltest

Wenn von einer „Hundeversicherung" gesprochen wird, können drei völlig unterschiedliche Versicherungen gemeint sein.

Hundehaftpflicht

Die Hundehaftpflicht übernimmt Schäden, die dein Hund anderen zufügt.

Dazu können gehören:

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensschäden
  • Schäden an anderen Tieren
  • je nach Vertrag auch Mietsachschäden

Das grosse Risiko liegt weniger bei einem zerstörten Schuh oder einer zerkratzten Tür als bei schweren Personenschäden. Rennt dein Hund beispielsweise auf die Strasse und verursacht einen Unfall, können daraus sehr hohe Schadenersatzforderungen entstehen.

Die Haftpflicht ist deshalb für mich die wichtigste Grundabsicherung eines Hundehalters.

OP-Versicherung

Eine OP-Versicherung konzentriert sich vor allem auf medizinisch notwendige Operationen und die damit verbundenen Kosten.

Je nach Tarif können zusätzlich gedeckt sein:

  • Diagnostik vor der Operation
  • Narkose
  • Klinikaufenthalt
  • Medikamente
  • Nachbehandlung
  • Physiotherapie für einen bestimmten Zeitraum

Sie ist günstiger als eine komplette Krankenversicherung und kann für Hundehalter interessant sein, die kleinere Tierarztkosten selbst bezahlen können, sich aber gegen grosse Operationskosten absichern möchten.

Krankenversicherung

Die Hundekrankenversicherung bietet den umfassendsten Schutz.

Je nach Tarif können beispielsweise enthalten sein:

  • ambulante Tierarztbehandlungen
  • Diagnostik
  • Medikamente
  • Operationen
  • stationäre Klinikaufenthalte
  • Physiotherapie
  • Zahnbehandlungen
  • alternative Behandlungsmethoden
  • Vorsorgeleistungen

Aber gerade hier unterscheiden sich die Tarife enorm.

„Vollschutz" bedeutet deshalb keineswegs automatisch, dass wirklich jede Behandlung übernommen wird.

Hundehaftpflicht: Die gesetzlichen Regeln unterscheiden sich deutlich

🇩🇪 Deutschland: Die Regeln sind Ländersache

Deutschland kennt keine einheitliche bundesweite Hundehaftpflicht-Pflicht.

Die gesetzlichen Vorgaben werden von den Bundesländern geregelt. In mehreren Ländern müssen alle Hundehalter eine Haftpflichtversicherung abschliessen, in anderen hängt die Pflicht beispielsweise von Rasse, Grösse oder einer behördlichen Einstufung als gefährlicher Hund ab.

Deshalb ist es wichtig, nicht einfach von einer allgemeinen „deutschen Regel" auszugehen.

Ein Beispiel für eine aktuelle Änderung ist Bremen: Wer dort seit dem 1. Juli 2026 neu einen Hund aufnimmt, muss zusätzlich einen Sachkundenachweis erbringen. Die Prüfung umfasst einen theoretischen und einen praktischen Teil. Bremen schreibt ausserdem eine Hundehaftpflicht mit gesetzlichen Mindestversicherungssummen vor.

Wer innerhalb Deutschlands umzieht, sollte deshalb prüfen, welche Regeln im neuen Bundesland gelten.

🇦🇹 Österreich: Auch hier entscheiden die Bundesländer

Auch in Österreich gelten keine vollkommen einheitlichen Regeln für alle Hundehalter.

Die Vorschriften unterscheiden sich je nach Bundesland. In mehreren Bundesländern besteht eine allgemeine Haftpflichtpflicht, andere haben zusätzliche oder abweichende Vorschriften.

In Wien beispielsweise müssen Hundehalter eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens 725.000 Euro für Personen- und Sachschäden abschliessen und aufrechterhalten.

Gerade weil sich gesetzliche Anforderungen ändern können, würde ich bei einem Umzug oder bei der Anschaffung eines Hundes immer direkt die aktuelle Regelung des eigenen Bundeslandes prüfen.

🇨🇭 Schweiz: Häufig über die Privathaftpflicht abgesichert

In der Schweiz gibt es ebenfalls keine gesamtschweizerisch einheitliche Hundehaftpflichtregelung.

Die Anforderungen werden kantonal geregelt.

Wichtig ist aber ein Unterschied zu Deutschland und Österreich:

In der Schweiz ist der Hund sehr häufig bereits über die normale Privathaftpflichtversicherung des Halters eingeschlossen.

Laut dem offiziellen Schweizer Informationsportal ist die Privathaftpflicht zwar grundsätzlich freiwillig, für Hundehalter jedoch in den meisten Kantonen obligatorisch. Sie kann beispielsweise greifen, wenn ein Hund eine Person verletzt.

Das bedeutet:

Du brauchst in der Schweiz nicht automatisch eine separate Hundehaftpflichtversicherung.

Du solltest aber prüfen:

  • Ist mein Hund in meiner Privathaftpflicht eingeschlossen?
  • Welche Deckungssumme gilt?
  • Gibt es Ausschlüsse für bestimmte Hunde?
  • Erfüllt der Vertrag die Vorschriften meines Kantons?
  • Muss ich gegenüber Gemeinde, Kanton oder Vermieter einen Versicherungsnachweis erbringen?

Gerade hier lohnt sich ein kurzer Anruf bei der eigenen Versicherung.

Was kostet eine Hundeversicherung?

Eine allgemeingültige Preistabelle ist schwierig, weil die Prämien unter anderem von folgenden Faktoren abhängen:

  • Land
  • Versicherer
  • Tarif
  • Alter des Hundes
  • Rasse
  • Selbstbehalt oder Franchise
  • gewünschter Erstattung
  • Leistungsgrenzen
  • teilweise Wohnort

Als grobe Orientierung:

VersicherungsartTypische Einordnung
Hundehaftpflicht Deutschland/Österreichmeist relativ günstig, oft bereits für einen niedrigen zweistelligen oder einstelligen Monatsbetrag erhältlich
Haftpflicht Schweizhäufig Bestandteil der normalen Privathaftpflicht
OP-Versicherungdeutlich günstiger als ein umfassender Krankenvollschutz
Krankenversicherungstärkste Preisschwankungen je nach Hund und Tarif

Bei einer Krankenversicherung kann ein junger gesunder Hund wesentlich günstiger sein als ein älterer Hund oder ein Hund mit erhöhtem rassespezifischem Erkrankungsrisiko.

Deshalb würde ich niemals nur die Monatsprämie vergleichen.

Ein günstiger Tarif mit niedriger Erstattungsgrenze kann im Ernstfall deutlich schlechter sein als ein etwas teurerer Vertrag mit besserer Leistung.

Versicherungsanbieter: Beispiele aus Deutschland und der Schweiz

Die folgenden Anbieter sind Beispiele und keine vollständige Marktübersicht.

Tarife verändern sich regelmässig. Entscheidend sind deshalb immer die aktuellen Versicherungsbedingungen zum Zeitpunkt des Abschlusses.

🇩🇪 Deutschland

AGILA

AGILA bietet sowohl Kranken- als auch OP-Versicherungen für Hunde an.

Je nach Tarif werden Tierarztkosten bis zum 4-fachen Satz der deutschen Gebührenordnung für Tierärzte – kurz GOT – übernommen. Auch rassespezifische Erkrankungen können eingeschlossen sein.

Der Auslandsschutz kann bei vorübergehenden Aufenthalten weltweit bis zu zwölf Monate gelten.

Interessant ist ausserdem, dass sich Altersgrenzen und Leistungsgrenzen je nach Tarif unterscheiden.

HanseMerkur

Auch bei der HanseMerkur unterscheiden sich die Leistungen nach Tarif.

Premium-Tarife können beispielsweise Behandlungen bis zum 4-fachen GOT-Satz übernehmen. Weltweiter Schutz bei vorübergehenden Auslandsaufenthalten ist je nach Tarif bis zu zwölf Monate möglich.

Bestimmte Tarife enthalten ausserdem Vorsorgebudgets unter anderem für Impfungen, Wurmkuren oder Floh- und Zeckenschutz.

Weitere Anbieter

Daneben gibt es in Deutschland unter anderem:

  • Uelzener
  • Gothaer
  • Barmenia
  • Allianz
  • weitere Spezialanbieter

Hier lohnt es sich besonders, nicht nur Preisvergleichsportale zu verwenden, sondern zusätzlich die Versicherungsbedingungen des jeweiligen Tarifs zu lesen.

🇦🇹 Österreich

Auch in Österreich gibt es sowohl klassische Versicherer als auch spezielle Tierkrankenversicherungen.

Zu den bekannten Anbietern gehören beispielsweise:

  • UNIQA
  • Wiener Städtische
  • DONAU
  • Generali
  • weitere Spezialanbieter

Ich würde bei österreichischen Tarifen besonders darauf achten, ob tatsächlich eine Krankenversicherung gemeint ist oder lediglich ein Zusatzbaustein innerhalb einer Haushalts- oder Haftpflichtversicherung.

Ebenso wichtig:

Auslandsschutz, Deckungssummen und Bedingungen für bestimmte Hunderassen können sich erheblich unterscheiden.

Deshalb würde ich die aktuellen Produktbedingungen direkt beim jeweiligen Anbieter kontrollieren.

🇨🇭 Schweiz

Animalia

Animalia bietet drei Varianten:

  • Compact
  • Classic
  • Comfort

Compact konzentriert sich auf Unfälle.

Classic umfasst zusätzlich akute und chronische Krankheiten.

Comfort kann darüber hinaus Erbkrankheiten und angeborene Erkrankungen einschliessen.

Animalia gibt aktuell an, nach Abzug des vereinbarten Selbstbehalts 90 Prozent der gedeckten Behandlungskosten ohne Begrenzung der Versicherungssumme zu übernehmen. Zudem wirbt der Anbieter damit, Hunde unabhängig vom Alter versichern zu können.

wau-miau über Helvetia

Bei Helvetia Schweiz wird die Hundeversicherung über wau-miau angeboten.

Zur Auswahl stehen aktuell:

  • Basic
  • Clever
  • Optima

In allen drei Paketen können unter anderem Tierarztkosten, Medikamente, Operationen, radiologische Untersuchungen und stationäre Behandlungen versichert sein.

Die Versicherung bietet eine unlimitierte Versicherungssumme sowie einen wählbaren Selbstbehalt.

Für einen Neuabschluss muss der Hund derzeit älter als drei Monate und jünger als sechs Jahre sein.

Damit sieht man bereits:

Selbst innerhalb eines Landes unterscheiden sich die Bedingungen stark.

Animalia wirbt beispielsweise mit Versicherungsschutz unabhängig vom Alter, während wau-miau für Neuabschlüsse eine Altersgrenze vorsieht.

Genau deshalb lohnt sich ein Vergleich.

Worauf du beim Vergleichen wirklich achten solltest

Die Werbeversprechen vieler Versicherungen klingen ähnlich.

Entscheidend sind die Details.

Erstattungssatz

Werden 80, 90 oder 100 Prozent der Rechnung übernommen?

Bei einer Rechnung von 4.000 Euro oder Franken macht das einen spürbaren Unterschied.

Jahreshöchstgrenze

Manche Versicherungen begrenzen ihre Leistungen pro Jahr.

Andere Tarife bieten höhere oder sogar unbegrenzte Versicherungssummen.

Gerade bei komplizierten Operationen oder längeren Klinikaufenthalten kann die Jahreshöchstgrenze entscheidend sein.

Selbstbehalt oder Franchise

Prüfe genau, wie dein Eigenanteil berechnet wird.

Zum Beispiel:

  • fixer Betrag pro Jahr
  • fixer Betrag pro Schaden
  • prozentuale Beteiligung
  • Kombination aus Franchise und Prozentanteil

Ein höherer Selbstbehalt senkt häufig die Prämie, bedeutet aber, dass du kleinere Rechnungen selbst bezahlst.

Wartezeiten

Viele Versicherungen haben nach Vertragsabschluss eine Wartezeit.

Unfälle können davon teilweise ausgenommen sein.

Für bestimmte Erkrankungen gelten teilweise längere besondere Wartezeiten.

Deshalb solltest du eine Krankenversicherung nicht erst dann abschliessen, wenn bereits Symptome vorhanden sind.

Eintrittsalter

Die Altersgrenzen unterscheiden sich deutlich.

Manche Versicherer nehmen ältere Hunde nicht mehr neu auf, andere schon.

Teilweise verändern sich stattdessen:

  • Prämien
  • Selbstbehalte
  • Erstattungssätze
  • Gesundheitsprüfungen

Deshalb gilt:

Je früher du vergleichst, desto grösser ist in der Regel deine Auswahl.

Vorerkrankungen

Bereits bekannte Erkrankungen sind einer der wichtigsten Punkte.

Je nach Anbieter können sie:

  • vollständig ausgeschlossen werden
  • nur teilweise ausgeschlossen werden
  • zu einem Prämienzuschlag führen
  • dazu führen, dass der Hund nicht angenommen wird

Deshalb Gesundheitsfragen beim Abschluss unbedingt korrekt beantworten.

GOT-Satz in Deutschland

Für deutsche Hundehalter ist dieser Punkt besonders wichtig.

Tierärzte rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte ab.

Je nach Aufwand und Behandlung kann ein höherer GOT-Satz verwendet werden.

Im Notdienst können ebenfalls höhere Kosten entstehen.

Eine Versicherung, die nur einen niedrigen GOT-Satz übernimmt, kann deshalb trotz „100 Prozent Erstattung" einen erheblichen Eigenanteil hinterlassen.

Freie Tierarztwahl

Kannst du zu jedem Tierarzt und in jede Tierklinik gehen?

Oder bestehen Einschränkungen?

Gerade im Notfall möchte ich persönlich nicht erst prüfen müssen, ob die nächstgelegene Klinik akzeptiert wird.

Zahnbehandlungen

Zahnleistungen sind bei vielen Versicherungen kompliziert.

Prüfe insbesondere:

  • Zahnextraktionen
  • Zahnoperationen
  • Zahnreinigung
  • Zahnsteinentfernung
  • Erkrankungen des Zahnhalteapparats

Nicht alles, was unter „Zahnbehandlung" fällt, ist automatisch versichert.

Physiotherapie

Nach orthopädischen Operationen kann Physiotherapie ein wichtiger Teil der Rehabilitation sein.

Aber:

Manche Tarife zahlen nur eine begrenzte Zahl von Sitzungen oder nur für einen bestimmten Zeitraum nach einer Operation.

Deckung im Ausland

Für mich ist dieser Punkt besonders wichtig, weil viele Hunde heute mit ihren Menschen reisen.

Prüfe:

  • weltweit oder nur Europa?
  • wie lange gilt der Auslandsschutz?
  • nur Notfälle oder jede gedeckte Behandlung?
  • gelten dieselben Erstattungslimits?
  • muss die Rechnung übersetzt werden?
  • werden Rücktransportkosten übernommen?

Und ganz wichtig:

Auslandsschutz ist nicht automatisch Versicherungsschutz bei einem Umzug.

Ein Vertrag kann beispielsweise zwölf Monate Auslandsschutz bei einer Reise bieten und trotzdem enden oder angepasst werden müssen, wenn du deinen Wohnsitz dauerhaft in ein anderes Land verlegst.

Was übernimmt eine Krankenversicherung häufig nicht?

Auch hier gibt es keine Regel, die auf jeden Tarif passt.

Typische Einschränkungen können aber sein:

Vorerkrankungen

Erkrankungen, die bereits vor Versicherungsbeginn bestanden oder bekannt waren, sind häufig ausgeschlossen.

Medizinisch nicht notwendige Eingriffe

Dazu können beispielsweise rein vorsorgliche Kastrationen oder kosmetische Eingriffe gehören.

Manche Tarife bieten dafür allerdings Vorsorgebudgets.

Vorsorge

Impfungen, Wurmkuren, Zecken- und Flohschutz oder Routineuntersuchungen sind nicht automatisch unbegrenzt eingeschlossen.

Einige Versicherungen schließen diese Leistungen aus.

Andere bieten ein jährliches Vorsorgebudget.

Bei HanseMerkur beispielsweise können bestimmte Tarife ein Vorsorgebudget enthalten. Animalia nennt bei Classic und Comfort ebenfalls Beiträge für Präventionskosten.

Zahnprophylaxe

Eine medizinisch notwendige Zahnoperation kann versichert sein, eine reine professionelle Zahnreinigung aber nicht unbedingt.

Zucht und Geburt

Kosten im Zusammenhang mit Zucht, Trächtigkeit oder Geburt können ausgeschlossen oder limitiert sein.

Bestimmte Erkrankungen oder Risiken

Einzelne Verträge können besondere Ausschlüsse für bestimmte Erkrankungen, Nutzung des Hundes oder Aktivitäten enthalten.

Deshalb gilt:

Nicht die Überschrift „Vollschutz" entscheidet.

Die Versicherungsbedingungen entscheiden.

Hundehaftpflicht: Nicht nur auf den Preis schauen

Bei der Haftpflicht würde ich besonders diese Punkte vergleichen:

  • Deckungssumme
  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensschäden
  • Mietsachschäden
  • Schäden an anderen Tieren
  • Auslandsschutz
  • Schutz beim Führen durch andere Personen
  • Veranstaltungen oder Hundeschule
  • gewollter und ungewollter Deckakt
  • eventuell Schäden während Sport oder Training

Ein paar Euro Unterschied bei der Jahresprämie sind aus meiner Sicht weniger wichtig als eine ausreichend hohe Deckung bei einem wirklich schweren Schaden.

Wann lohnt sich eine Schadensmeldung?

Nicht jede Tierarztrechnung muss automatisch eingereicht werden.

Entscheidend ist dein Vertrag.

Wenn du beispielsweise eine Franchise oder einen Selbstbehalt von 500 CHF hast, zahlst du möglicherweise kleinere Rechnungen vollständig selbst.

Erst darüber beginnt die Versicherung – je nach Modell – sich an den Kosten zu beteiligen.

Ein niedriger Selbstbehalt bedeutet meist:

höhere Prämie, aber weniger Eigenkosten im Schadenfall.

Ein hoher Selbstbehalt bedeutet:

niedrigere Prämie, dafür trägst du kleinere und mittlere Rechnungen stärker selbst.

Ich würde deshalb schon vor Vertragsabschluss überlegen:

Welche Tierarztkosten kann ich problemlos selbst tragen – und ab welcher Summe möchte ich abgesichert sein?

Diese Frage ist oft sinnvoller als:

Welche Versicherung ist am billigsten?

OP-Versicherung oder komplette Krankenversicherung?

Für viele Hundehalter ist genau das die eigentliche Entscheidung.

Eine OP-Versicherung kann sinnvoll sein, wenn:

  • du normale Tierarztkosten selbst bezahlen kannst
  • du vor allem grosse Operationen absichern möchtest
  • du eine günstigere Versicherungsvariante suchst
  • du parallel eine finanzielle Reserve für kleinere Behandlungen hast

Eine Krankenversicherung kann sinnvoll sein, wenn:

  • du eine möglichst planbare finanzielle Belastung möchtest
  • dein Hund häufiger medizinische Betreuung benötigt
  • Diagnostik und Medikamente ebenfalls abgesichert sein sollen
  • du auch bei längeren Krankheitsverläufen finanziell geschützt sein möchtest

Ich finde keine der beiden Varianten automatisch „richtig".

Entscheidend ist, wie viel Risiko du selbst tragen kannst und möchtest.

Mein Tipp: Versicherung und Notgroschen kombinieren

Eine Versicherung ersetzt für mich keinen finanziellen Puffer.

Auch mit einem sehr guten Vertrag können Kosten entstehen, die du zunächst selbst bezahlen musst.

Zum Beispiel:

  • Selbstbehalt
  • nicht gedeckte Behandlung
  • Vorleistung beim Tierarzt
  • Spezialfutter
  • Fahrtkosten
  • Hilfsmittel
  • Nachsorge

Deshalb würde ich zusätzlich zur Versicherung einen eigenen Notgroschen für den Hund einplanen.

Das nimmt im Ernstfall enorm viel Druck aus einer ohnehin belastenden Situation.

Drei Länder – drei unterschiedliche Fragen

Wenn ich den Vergleich auf einen Satz pro Land reduzieren müsste:

Deutschland

Ist die Haftpflicht in meinem Bundesland vorgeschrieben und bis zu welchem GOT-Satz zahlt meine Krankenversicherung?

Österreich

Welche konkreten Hundehalter-Vorschriften gelten in meinem Bundesland und welche Deckungssumme benötige ich?

Schweiz

Ist mein Hund bereits ausreichend über meine Privathaftpflicht versichert und welche Franchise möchte ich bei einer Krankenversicherung tragen?

Fazit: Nicht erst vergleichen, wenn der Hund krank ist

Eine Hundeversicherung ist kein besonders emotionales Thema.

Bis die Rechnung eines Tages auf dem Tisch liegt.

Bei der Haftpflicht geht es im schlimmsten Fall um Schäden, die weit über das hinausgehen, was die meisten Menschen aus ihrem Ersparten bezahlen könnten.

Bei der Krankenversicherung geht es dagegen um eine andere Frage:

Möchte und kann ich eine unerwartete Tierarztrechnung von mehreren Tausend Franken oder Euro jederzeit selbst tragen?

Wenn die Antwort Nein lautet, lohnt es sich, früh über eine Absicherung nachzudenken.

Nicht erst, wenn bereits eine Diagnose im Raum steht.

Ein persönliches Wort zum Schluss

Ich habe bisher jeden meiner Hunde versichert.

Für mich ist die Rechnung relativ einfach:

Ein Jahresbeitrag von einigen hundert Franken fühlt sich deutlich weniger schmerzhaft an als eine notwendige Operation von mehreren Tausend Franken, die plötzlich bezahlt werden muss.

Natürlich hoffe ich jedes Jahr, dass ich die Versicherung überhaupt nicht brauche.

Aber genau dafür ist sie da.

Nicht für den normalen Dienstag beim Tierarzt.

Sondern für den einen Moment, in dem ich nicht darüber nachdenken möchte, ob ich mir eine notwendige Behandlung leisten kann.

Und genau das ist für mich der eigentliche Wert einer guten Hundeversicherung.

Meine Checkliste vor dem Abschluss

Bevor du einen Vertrag unterschreibst, würde ich mindestens diese Punkte abhaken:

  • Welche Schäden bzw. Behandlungen sind wirklich gedeckt?
  • Wie hoch ist die maximale Erstattung?
  • Gibt es eine Jahreshöchstgrenze?
  • Wie hoch ist der Selbstbehalt?
  • Welche Wartezeiten gelten?
  • Wie werden Vorerkrankungen behandelt?
  • Gibt es ein maximales Eintrittsalter?
  • Sind rassespezifische Erkrankungen gedeckt?
  • Werden Zähne und Physiotherapie übernommen?
  • Wie sieht der Auslandsschutz aus?
  • Bleibt der Vertrag bei einem Wohnsitzwechsel gültig?
  • Bei Deutschland: Bis zu welchem GOT-Satz wird erstattet?
  • Bei Haftpflicht: Wie hoch ist die Deckungssumme?
  • Sind Mietsachschäden eingeschlossen?

Vergleiche mindestens drei Angebote und lies nicht nur die Produktseite, sondern auch die Versicherungsbedingungen.

Denn die beste Hundeversicherung ist nicht automatisch die mit dem schönsten Werbeversprechen.

Es ist diejenige, deren Bedingungen zu deinem Hund, deinem Alltag und deinem finanziellen Risiko passen.

Hinweis: Dieser Artikel bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Versicherungs- oder Rechtsberatung. Versicherungsbedingungen, Tarife und gesetzliche Vorgaben können sich ändern. Prüfe vor Abschluss eines Vertrags immer die aktuellen Bedingungen des Versicherers und die Regelungen deines Kantons bzw. Bundeslandes.